Dieses Kapitel möchte Ihnen auf einfache Weise eine kleine Einführung in die Technik von Computer und Internet geben. Sie benötigen diese Infos nicht für die Arbeit mit Ihrem PC. Wenn Sie sich also für die Hintergründe nicht interessieren, und kein Interesse daran haben, sich demnächst in die Computergespräche Ihrer Bekannten einzumischen, können Sie dieses Kapitel getrost überspringen.
Was genau ist ein Computer?
Das ist der Oberbegriff für eine Rechenmaschine, die Informationen speichern und bearbeiten kann. Der Computer für den Privatgebrauch wird auch als Personal Computer (kurz: PC) bezeichnet. Die englische Sprache hat sich hier so weit durchgesetzt, dass die Begriffe in fast allen Sprachen gleich sind. Falls Sie eine deutsche Bezeichnung suchen: Oftmals wird der Computer auch einfach „Rechner“ genannt.
Was ist Hardware [sprich: Hardwär] und Software [sprich: Softwär]?
Hardware ist die ganze Elektronik des Computers, also alles, was anfassbar ist und Strom frisst. Als Software versteht man die „Programme“, also die Informationen die dem Rechner sagen, was er zu tun hat.
Der Prozessor (ein kleiner unscheinbarer Chip im Inneren) ist das „Gehirn“ des Computers, Teil der Hardware, verarbeitet die Informationen (also die Software) und führt damit die „Befehle“ aus. Je besser der Prozessor, desto schneller kann er dies tun. Verblüffen Sie doch Ihren computerbesessenen Bekannten, indem Sie ihm beim nächsten Treffen fragen: „Welche Taktfrequenz hat eigentlich Dein Prozessor?“ Damit ist gemeint, wie viele Befehle er pro Sekunde ausführen kann, und die Einheit dafür ist „Hertz“(Hz). Da die Leistungen so gigantisch sind werden dem „Hz“ ein „K“(“Kilo“- also mal 1000), ein „M“ („Mega“- also mal 1000 000) oder gar ein „G“ („Giga“- also mal 1000 000 000) vorangesetzt. Es ist eben leichter zu sagen: Mein PC hat einen Prozessor mit 1,2 GHz“, als „Mein PC hat einen Prozessor mit 1200 000 000 Hz.
Das „Gedächtnis“ des Computers ist der Hauptspeicher. Hier liegen alle Informationen für den Prozessor in Form von Zahlen (so genannten Bytes [sprich: „Baits“]). Um einen sinnvollen Befehl auszuführen benötigt der Prozessor viele dieser Bytes, so wie unser Gehirn viele kleine Schritte benötigt, um eine noch so simple Tätigkeit auszuüben, wie z.B. ein Weinglas zum Mund zu führen. Je besser der Hauptspeicher, desto mehr Bytes kann er speichern. Die Aussage: Mein Hauptspeicher hat 512 MByte [sprich: „Megabait“] bedeutet, dass er sich 512 000 000 verschiedener Zahlen „merken“ kann.
Anmerkung: Die Tatsache, dass sich der Hauptspeicher nur Zahlen merkt, und der Prozessor nur Zahlen verarbeitet bedeutet keine Einschränkung, denn mit Zahlen kann man im Grunde alles speichern und beschreiben. Wenn Sie nach einer Frage beispielsweise sagen: „Antworte 0 für nein, und 1 für ja“, dann bedeutet 0 eben „nein“, und 1 bedeutet „ja“.
Die Festplatte ist das Buch, oder gar die Bibliothek des Computers. Frei nach Albert Einsteins Motto: „Man muss nicht alles wissen, man muss nur wissen, wo es steht“ kann der Hauptspeicher sein Wissen von der Festplatte holen. Diese funktioniert ähnlich einer Musikkassette, indem Sie Daten magnetisch speichert. (nur eben statt auf einem Magnetband auf mehreren Magnetscheiben). Der Vorteil zum Hauptspeicher ist, dass die mögliche Speicherkapazität noch wesentlich größer ist, und dass die Daten auch ohne Strom erhalten bleiben. Der Nachteil: Die Verarbeitung der Daten ist wesentlich langsamer. Schließlich geht es schneller, eine Telefonnummer aus dem Gedächtnis (Hauptspeicher) zu wählen, als hierfür erst im Telefonbuch (Festplatte) zu suchen, auch wenn in letzteres wahrscheinlich mehr reingeht.
Ausgabegeräte:
Hätte ein Mensch nicht Mund und Hände, wäre ihm selbst das beste Gehirn nichts nütze. Ebenso braucht auch der Computer Mittel sich auszudrücken: Der Monitor ist wie ein Fernsehgerät, und kann Text und Bilder anzeigen. Über die Lautsprecher kann sich der Computer auch akustisch bemerkbar machen.
Eingabegeräte:
Um auf die Außenwelt zu reagieren benutzt der Mensch vor allem Augen und Ohren. Der Computer hat dafür Maus und Tastatur. Auf der Tastatur geben Sie einen Text ein, wie auf einer Schreibmaschine. Über die Maus können Sie auf eine Bestimmte Stelle des Bildschirmes „zeigen“ und dem Computer damit etwas „mitteilen“. (Um Maus und Tastatur besser kennen zu lernen, lesen Sie bitte im Kapitel „Maus und Tastatur“, und probieren Sie die mitgelieferten Übungsprogramme: ‚Mausübung’ und ‚Tasteninfo’!)
Den Drucker benutzt man, um Dinge zu Papier zu bringen (z.B. um mit dem PC Briefe zu schreiben). Es gibt Leute, die benutzen Computer und Drucker nur als eine bessere Schreibmaschine.
Der Scanner [Sprich: „Skänner“] ist ein Gerät, das Fotos, Bilder und andere Graphiken in Zahlen (Bytes) umwandeln, und dann an den Computer schicken kann. Diesen Vorgang nennt man scannen [Sprich: „Skännen“]. So lässt sich z.B. ein Foto kopieren, indem man es im Scanner scannt, und dann über den Drucker wieder ausdruckt.
CDs kennt man meist nur im Musik- Bereich. Da man hier aber neben den Musikinformationen auch Daten für den Computer speichern kann, hat auch ein PC in der Regel ein CD- Laufwerk. Eine DVD sieht zunächst aus, wie Ihre kleine Schwester, die CD. Durch eine neue Technik lassen sich hier aber noch mehr Daten auf engem Raum festhalten. Deshalb haben moderne PCs meist nicht nur ein CD-, sondern gleich ein DVD- Laufwerk. Wenn der Computer gar einen CD- oder DVD- Brenner besitzt, können die Daten nicht nur gelesen, sondern auch neu geschrieben („gebrannt“)werden.
Das Modem ist ein Gerät, welches zwischen Computer und Telefonanschluss geschaltet ist. Wie ein normales Telefon kann es sich mit dem Modem eines anderen Computers verbinden, und Daten austauschen. Dadurch lassen sich viele Computer miteinander vernetzen, und dieses riesige Netz ist nichts anderes als das Internet. Übrigens: Noch moderner und schneller als das Modem ist eine so genannte Netzwerkkarte.
noch ein Wort zu Daten:
Da dieses schöne Wort hier auch so oft auftaucht sollte es noch einmal genauer beschrieben werden. Daten sind ganz einfach Informationen. Mit dem Satz „Gib mir doch mal Deine Kontaktdaten!“ meint man: „Gib mir mal ein paar Informationen, in welcher Straße Du wohnst, wie Deine Telefonnummer lautet, kurz, wie ich Dich kontaktieren kann.“
Auch dieser Text vor Ihnen besteht aus Informationen, also Daten. Und während Sie ihn lesen gelangen die Daten vom Papier in Ihren Kopf., so wie der Computer die Daten von der Festplatte in den Hauptspeicher lädt. Nun ist damit natürlich nicht gesagt, dass Sie alles gleich verstehen, was hier geschrieben steht. Auch im Computerbeispiel kann es übrigens passieren, dass der Prozessor eine Information nicht richtig interpretieren kann.
Was können Daten alles darstellen? Daten können Bilder sein, Musik oder Text, eine Software (also ein Computerprogramm, z.B. ein Computerspiel) usw.
Wie passt denn nun ein Bild oder ein Musikstück in den Hauptspeicher, wo der doch nur Zahlen speichern kann? Gut aufgepasst! Die Kunst ist eben ein Bild oder irgend etwas anderes so in Zahlen umzuwandeln, dass es später auch wieder zurückgewandelt werden kann. Aber um solche Dinge müssen wir uns als Computerbenutzer nicht kümmern. Schließlich muss man auch kein KFZ- Mechaniker sein, um mit seinem Auto durch die Gegend zu fahren. Hauptsache, es funktioniert.
Von wo können Daten in den Hauptspeicher gelangen? Von der Festplatte, von CD oder DVD, von einer Diskette, einem Scanner oder auch über die Tastatur (wenn Sie die Daten selbst eingeben). Über ein Modem können Daten auch mit anderen Computern, also über das Internet, ausgetauscht werden.
Und was ist nun das Internet?
Über die Möglichkeiten eines Computers wissen Sie nun bescheid. Aber warum kostbare Daten für sich behalten, wenn auch andere Computer (oder deren Nutzer) davon profitieren können. Das Internet ist ein Netz, bestehend aus unzähligen Computern, die z.B. über Telefonleitungen miteinander verbunden sind. Jeder kann hier Informationen in Form von Internetseiten veröffentlichen. Damit das Netz perfekt ist, können die Seiten im Internet durch so genannte Links miteinander verknüpft werden. Wenn Sie einen Link anklicken, gelangen Sie gleich auf die entsprechende neue Seite. Das ist vergleichbar mit einem Buch in dem z.B. steht: „Siehe Seite 477“, nur dass Ihnen im Internet das Blättern erspart bleibt. Wenn Sie im Internet sind, ist auch Ihr Computer Bestandteil dieses gigantischen Netzes, und kann mit anderen Informationen austauschen. Hierfür brauchen Sie zunächst einen Provider [sprich: „Prowaider“]). Das ist ein Anbieter, den Sie mit Ihrem Modem ( oder Netzwerkkarte) über die Telefonleitung anwählen, und der für Sie die Pforte zum Internet ist. Gewöhnlich sind diese „Telefonate“ mit einem Provider sogar billiger als normale Telefongespräche. Sie zahlen (je nach gewählten Provider) häufig unter 0,01€ pro Minute. Ersichtlich und bezahlbar sind die Kosten des Providers übrigens, wie auch jedes andere Telefonat über Ihre gewöhnliche Telefonrechnung.
Als letztes benötigen Sie noch einen Browser [sprich: „Brauser“]). Das ist ein Programm (eine Software), welche die Daten von Modem und Provider, die ja computertypisch nur aus Zahlen (Bytes) bestehen, wieder als lesbare Zeichen und Graphiken auf dem Bildschirm (Monitor) platziert.
Und so funktioniert es: Sie hätten da beispielsweise eine Frage zu Nachrichten und Wetter, zu einer Person, zu einer Reise, einer Krankheit oder einer Kur, einer TV- Sendung, einem Warenangebot usw. (Glauben Sie mir, es gibt kein Gebiet, über das man sich im Internet nicht informieren kann). Sie geben diese Frage (oder nur einige Stichworte) über die Tastatur ein, und schon sucht eine Suchmaschine für Sie kostenlos, auf welchem Computer (oder besser dessen Festplatte) Daten zu Ihrem Thema liegen. Die Internetadressen dieser Computer werden Ihnen dann angezeigt, und Sie können diese über das Modem in Ihren Computer holen, auf dem Monitor lesen oder über den Drucker ausdrucken.
Zur besseren Verstäniss eine kleine Geschichte:
Sie kennen wahrscheinlich diese nützlichen kleinen „Schwarzen Bretter“ die in öffentlichen Gebäuden oft zu finden sind. Hier können Infos, Angebote und Gesuche veröffentlichet werden. Jemand sucht einen Nachmieter, einer bietet einen Nebenjob, jemand sucht seine entlaufene Katze, Herr Schulz will einen Schrank verschenken und Herr Maier bittet um Mithilfe auf der Suche nach einer alten Bekannten...
Diese Infos können ungemein nützlich sein, wenn man zufälligerweise gerade das findet wonach man sucht. Nun kommt ein Mensch auf die Idee, und läuft von Haus zu Haus, und schreibt sich alle Anzeigen auf allen schwarzen Brettern auf. Man müsste diesem Menschen nur noch nach seinem Anliegen Fragen, er würde in seiner Liste nachgucken, und schon wüsste man, an welchem Ort die ersehnte Info zu finden ist. Dies ist natürlich Utopie, denn kein Mensch könnte alle Anzeigen in allen Gebäuden auf der ganzen Welt sammeln, und ständig aktuell halten. Im Internet wird aber genau dies schon lange erfolgreich praktiziert. So genannte „Suchmaschinen“ (z.B. „Google [sprich: „Gugel“]) durchforsten ständig das ganze Internet, und können die relevanten Seiten Ihrer Suchanfrage sekundenschnell anzeigen.
Übrigens:
Zusammengefasst ist das Internet also eine gigantische Sammlung von Büchern und schwarzen Brettern, in der jeder komfortabel suchen, und auch selbst Informationen hinterlassen kann. Über den reinen Informationsaustausch hinaus kann man über das Internet sehr günstig einkaufen, Bankgeschäfte erledigen, Verträge abschließen und vieles mehr.